Haben Hausverlosungen eine Zukunft?
Wie in dem Blog schon mehrfach diskutiert, scheint der Hype rund um Hausverlosungen wohl nicht zuletzt aufgrund der rechtlichen Unsicherheiten in einigen Ländern deutlich abzunehmen. Das führt auch dazu, dass immer stärker die “Marketingfähigkeiten” bei den “Verlosern” gefordert sind, da es nicht einfach nur reicht, eine Website online zu stellen und man damit innerhalb von wenigen Tagen mehrere 1000 Lose verkaufen kann. Ähnlich wie bei anderen Glückspiel- und Geschicklichkeits-Plattformen sind professionelle Marketingagenturen notwendig - und damit jedoch auch Kundengewinnungskosten bzw. Kosten pro Losverkauf von weit über 10 Euro keine Seltenheit (was dann teilweise über 30% des Lospreises entspricht). Kalkuliert ein Hausverloser diese Kosten ein, verliert die Verlosung sehr schnell an Charme, da man dann wieder bei den niedrigen “Ausschüttungsquoten” ist, die man bereits vom Lotto kennt. Zudem ist es meiner Ansicht nach einem Loskäufer nicht zuzumuten, dass eine Verlosung erst Monate nach einem Loskauf stattfindet (wenn die Verlosung dann überhaupt stattfindet).
Nach vielen Gesprächen und Diskussionen mit verschiedenen Hausverlosern bin in´ch zur Erkenntnis gekommen, dass sich Hausverlosungen im deutschsprachigen Raum wohl leider nicht durchsetzen werden - evtl. wird es bei Autos funktionieren, da man hier eine deutlich kleinere Zahl an Teilnehmern braucht. Oder man konzentriert sich wieder auf die schon lange bekannte “realen Tombola”, bei der es eine Vielzahl kleinerer Preise zu gewinnen gibt, die unter den bei einem Event anwesenden Besuchern verlost werden. Und idealerweise wird der eingenommene Betrag dann einer sozialen Einrichtung zugeführt.
Alternative zur Hausverlosung - Hausauktion Niedrigstgebot
Anders als bei einer Hausverlosung ist hier nicht das Glück entscheidend, sondern Taktik. Das heißt, dass derjenige, der das niedrigste einmalige Gebot abgegeben hat, den Zuschlag erhält. Der Preis der Immobilie setzt sich aus dem errechneten Marktpreis, den verschiedenen Gebühren, Steuern, sowie Kosten für Werbung und Abwicklung zusammen. Dieser Gesamtpreis wird durch die Auktions-Teilnahmegebühr geteilt und es entsteht die Teilnehmerzahl. Nach einer kostenlosen und unverbindlichen Interessentenphase erfolgt die Registrierung des Teilnehmers durch Überweisung des Teilnahmebetrags auf ein Treuhandkonto.Im Gegenzug hierzu erhält der Teilnehmer z.B. 10 Freigebote, um an der eigentlichen Auktion teilzunehmen. Der Zeitraum der Überweisungsphase wird durch die vorgelagerte Interessentenphase stark verkürzt und die eigentliche Auktionsphase (Abgabe der Gebote) ist i.d.R. auf nur eine Woche festgelegt. Haben sich genügend Auktionsteilnehmer registriert, d.h., den Teilnahmebetrag überwiesen, wird die Hausauktion durchgeführt. Der Auktionsteilnehmer mit dem kleinsten einmaligen Gebot erhält die Offerte zum Erwerb der Immobilie im Wert seines Gewinngebotes. Im Falle, dass sich nicht genügend Auktionsteilnehmer registrieren, kann der Termin verschoben werden oder die Hausauktion wird abgesagt. In diesem Fall erhalten die Teilnehmer die eingezahlten Beträge abzüglich einer Bearbeitungsgebühr zurück.
Zitat: Haben Hausverlosungen eine Zukunft?
Das würde ich persönlich mit einem klaren ja beantworten.
Natürlich darf man die erste Hausverlosung in Österreich, in Kärnten, nicht als Normfall nehmen. Der Medienrummel ist vorbei und man muss jetzt wie bei jedem anderen Produkt eine Marketing Strategie ausarbeiten und Geld investieren.
In der derzeitigen Weltwirtschaftslage, wo Banken kaum mehr eine Immobilie finanzieren und wir alle unseren Gürtel enger schnallen müssen, ist Hausverlosung sogar eine private Initiative gegen die Krise, die nicht in einer Grauzone operieren sollte.
Der Gesetzgeber müsste dringend dafür sorgen, dass verbindliche Richtlinien aufgestellt werden und endlich für Hausverlosung, sowohl für den Veranstalter als auch für den Loskäufer, Rechtssicherheit geschaffen wird.
Diese unsichere Rechtslage trägt mit Schuld daran, dass für unsaubere Geschäfte im Rahmen von privaten Hausverlosungen Tür und Tor geöffnet sind.
So tauchen fast täglich neue dubiose Firmen aus England und Übersee auf, die mit angeblicher Erfahrung bei Verlosungen, Marketing, Googleranking und Gestaltung von Webseiten, unbedarfte Verlosungswillige ködern. Diese Firmen werden meist von Landsleuten gegründet und betrieben, die die Angst der Veranstalter durch die unsichere Gesetzeslage in Österreich und dem Glückspielverbot in Deutschland ausnutzen, mit dem Wissen, dass diese Firmen – meist handelt es sich dabei um Limited – im Ausland kaum angreifbar sind. Durch diese falsche Beratung und wenn das Opfer dann finanziell ausgeblutet ist, werden solche Verlosungen dann abgebrochen und verunsichern die Loskäufer, die kaum mehr wissen, wo kann man beruhigt ein Los kaufen. Dies schadet natürlich der Hausverloser-Szene sehr.
Aber trotzdem bleibe ich dabei, dass Hausverlosung Zukunft hat, natürlich muss auch durch Anfangsfehler und Erfahrung gelernt und für einen besseren Erfahrungsaustausch gesorgt werden.
Die Veranstalter von Hausverlosungen müssen sich enger zusammen schließen, sich nicht unbedingt als Konkurrenten sehen und von einander lernen, dann bin ich sicher, dass Hausverlosung seinen Platz bei Vermarktung von Immobilien sichern kann, auch wenn es immer ein Nischenprodukt bleiben wird.
Wir dürfen eines nicht vergessen, Hausverlosung in Österreich darf nur von Privatpersonen durchgeführt werden, daher sind die meisten Veranstalter von einer Verlosung nicht unbedingt Geschäftsleute oder Webdesigner und Programmierer und es fehlt an den notwendigen Erfahrungswerten. Aber das ist ja bei jeder neuen Sache so und das gilt es so schnell wie möglich zu überwinden.
Für viele bleibt das Eigenheim immer nur ein Wunschtraum und viele wagen diesen Schritt auch nicht, weil natürlich eine Verpflichtung über 30 Jahre für Hypotheken ein großes Risiko birgt. Wie haben Banken noch vor einige Jahren geworben für Kredite und Hypotheken und wie viele Menschen stehen heute vor dem finanziellen Ruin, weil sie ihre Kreditschulden oder Hypotheken nicht mehr bezahlen können.
Bei einer Hausverlosung bekommt der Gewinner so eine Immobilie lastenfrei auf seinen Namen übertragen, hat keine Steuern, Notar, Anwalt und Übertragungskosten zu bezahlen und was am wichtigsten ist, er muss sich nicht auf Jahrzehnte verschulden.
Auch wenn man sich im Laufe der Zeit 50 oder 100 Lose gekauft hat, so wird es für so manche die einzige Chance für ein Eigenheim bleiben.
Und die Chancen sind noch immer um ein vielfaches besser als bei jeder Lotterie!
Diese Verloskationen gibt es mittlerweile nicht nur bei Häusern, auch bei Elektrogeräten und Fernsehern ist das mittlerweile möglich..